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Wärmeschutzverglasung – Funktionsweise und Auswahl

Wärmeschutzverglasung wird auch Mehrscheiben-Isolierglas, Wärmeschutzglas oder Wärmedämmverglasung genannt. Dabei handelt es sich um eine aus mindestens zwei Glasscheiben zusammengesetzte moderne Verglasung, die hauptsächlich für Türen und Fenster eingesetzt wird. Bei Wärmeschutzverglasung befindet sich zwischen den Glasscheiben ein Hohlraum, der Schall und Wärme dämmt. Anders als bei Vorgängermodellen, wie Doppelverglasung ohne Luftabschluss, Verbundfenstern und doppelter Einzelverglasung, ist dieser Hohlraum bei moderner Wärmeschutzverglasung gas- und feuchtigkeitsdicht, was die Effektivität der Verglasung deutlich erhöht. Doch welche Vorteile bietet Wärmeschutzverglasung? Wie funktioniert der Wärmeschutz? Und sollte man sich für eine Zweifach- oder Dreifachverglasung entscheiden?

Wärmeschutzverglasung im Vergleich zu anderen Verglasungen

Bei Fenstern und Türen kommt es bei der Energieeffizienz auf die Verglasung und den Rahmen an, die Hand in Hand gehen müssen. Dabei kommt der Verglasung eine besondere Bedeutung zu. Denkt man an die Einscheibenverkleidung früherer Zeiten zurück, kann diese mit moderner Wärmeschutzverglasung mit drei Glasscheiben nicht mehr mithalten.

Das kann man sehr gut am U-Wert der verschiedenen Verglasungen ablesen. Dabei gibt der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) den Wärmestrom eines Bauteils an, der abhängig vom Temperaturgefälle zwischen warmer und kalter Seite entsteht. Je höher der U-Wert ist, desto schlechter ist die Dämmwirkung. Ein Blick auf die U-Werte verschiedener Verglasungen zeigt, dass sich mit Wärmeschutzverglasung viel Energie sparen lässt.

Überblick über die U-Werte verschiedener Verglasungen:

  • Einfachverglasung: 5,2 W/(m²K)
  • Isolierverglasung: 2,6 W/(m²K)
  • Wärmeschutzverglasung (mit zwei Scheiben): 1,1 W/(m²K)
  • Wärmeschutzverglasung (mit drei Scheiben): 0,5 W/(m²K)

Wie funktioniert Wärmeschutzverglasung?

Warum modernen Wärmeschutzverglasung so effektiv dämmt, lässt sich mit dem Aufbau der Verglasung erklären. Nehmen wir als Beispiel die Drei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung. Sie besteht aus drei Glasscheiben, von denen zwei Glasscheiben wärmereflektierenden Beschichtungen versehen sind. Diese Beschichtungen bestehen in der Regel aus bestimmten Edelmetallen und Metalloxiden. Sie werfen die Heizwärme zurück in den Raum und sorgen dadurch für mehr Wärmeschutz. Da die Beschichtung leicht beschädigt werden kann, wird sie in der Regel auf der Innenseite des Glases in einem Fenster aufgebracht. Durch die Beschichtung ist Wärmeschutzglas durchlässiger für die Wärme, die von außen durch die Glasscheibe dringt, als für Wärme, die aus dem Raum entweichen möchte.

Der Hohlraum zwischen den Glasscheiben eines Wärmeschutzfensters ist zusätzlich meistens mit dem Edelgas Argon gefüllt, das einen höheren wärmedämmenden Effekt aufweist als Luft. Manchmal findet sich auch das Edelgas Krypton im Hohlraum der Wärmeschutzverglasung. Krypton isoliert sogar noch besser, ist aber auch deutlich teurer als Argon.

Durch die Kombination der Effekte von spezieller Beschichtung und Edelgasfüllung hilft die Wärmeschutzverglasung dabei, den Energiebedarf eines Gebäudes zu minimieren und somit Energiekosten zu sparen. Durch eine moderne Zwei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung können die Wärmeverluste gegenüber Einfachverglasung um 80 % reduziert werden, durch eine Drei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung sogar um 90 % gegenüber Einfachverglasung.

Bei Neubauten ist Wärmeschutzverglasung meistens notwendig, um die aktuellen gesetzlichen Auflagen bezüglich des Energieverbrauchs einzuhalten. Um den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu genügen, dürfen Fenster seit 2014 nur einen U-Wert von maximal 1,3 W/(m²K) Glas=0,6 aufweisen. Wie aus der oberen Tabelle zu entnehmen, reichen dafür 2-fach-Verglasungen normalerweise aus. Auch um bestimmte Energiestandards zu erreichen, um staatliche Förderprogramme zu erhalten, ist Wärmeschutzverglasung ein wichtiger Baustein.

Was ist besser: Zweifach- oder Dreifachverglasung?

Wärmeschutzverglasung mit drei Scheiben hat bessere U-Werte als Zwei-Scheiben-Isolierglas. Bei einem Neubau ist Dreifachverglasung deshalb in der Regel vorzuziehen, weil bei modernen Massivhäusern insgesamt auf eine gute Wärmedämmung geachtet wird. Zwar kosten sie etwas mehr als Zweifachverglasungen, langfristig amortisieren sich die Mehrkosten jedoch durch die eingesparten Energiekosten.

Anders kann das bei einer Sanierung aussehen. Hierbei sollte die Verglasung passend zur Dämmung des gesamten Hauses ausgewählt werden. Sonst kann es zu einer Verschiebung der thermischen Verhältnisse und zu Schimmelbildung im Haus kommen, wenn nicht richtig gelüftet wird.

Hat Wärmeschutzverglasung auch Nachteile?

Anders als oft angenommen unterscheidet sich Wärmeschutzglas optisch kaum von normalem Isolierglas. Entgegen der häufig zu hörenden Meinung verdunkelt Wärmeschutzglas nicht die Räume, sondern ist in der Regel völlig farbneutral.

Auch die Bedenken, dass Wärmeschutzverglasung aufgrund der Gasfüllung nicht lange genug haltbar sei, ist bei qualitativ hochwertigen Fenstern schnell zu entkräften. Allgemein wird gasgefüllter Wärmeschutzverglasung eine Lebensdauer von mindestens 30 Jahren zugeschrieben.

Fazit: Wärmeschutzverglasung für mehr Energieeffizienz

Wärmeschutzverglasung spart Energie und hat sich durch die Vorgaben der Energieeinsparverordnung inzwischen zum Standard bei Neubauten entwickelt. Denn durch den speziellen Aufbau aus zwei bis drei speziell beschichteten Glasscheiben und mit einer Edelgasfüllung im Hohlraum dazwischen wird der Energiebedarf eines Gebäudes deutlich reduziert. Dabei sind moderne Wärmeschutzfenster äußerlich von herkömmlichen Fenstern kaum zu unterscheiden und bei guter Qualität mindestens 30 Jahre haltbar. Vor allem in Hinblick auf staatliche Fördermittel bildet hochwertige Wärmeschutzverglasung einen wichtigen Baustein zur Steigerung der Energieeffizienz.

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