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Dampfsperre oder Dampfbremse – was ist das?

Bei einem modernen Neubau ist es wichtig, dass die Dachkonstruktion gut gegen das Eindringen von Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf abgedichtet wird, die in den Innenräumen durch Atmen, Duschen, Baden, Kochen usw. entsteht. Denn sonst kann es zur  Durchfeuchtung der Dachdämmung kommen, was letztendlich zu unangenehmer Schimmelbildung im Dach führen kann. Um Feuchteschäden in der Dachkonstruktion zu verhindern, werden sogenannte Dampfbremsen oder Dampfsperren aus speziellen Folienwerkstoffen eingesetzt. Doch sind Dampfbremse und Dampfsperre wirklich das Gleiche? Dieser Artikel klärt auf.

Was ist eine Dampfsperre?

Um zu verhindern, dass Feuchtigkeit aus den Innenräumen in Form von Wasserdampf in die Dachdämmung eindringen und dort Schaden anrichten kann, wurde früher in der Regel eine wasserdichte Dampfsperre zwischen der Wärmedämmung und der innenseitigen Verkleidung angebracht. Laut DIN 4108-3 müssen Dampfsperren dabei absolut diffusionsdicht sein und einen sd-Wert (wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke) von mindestens 1500 m aufweisen. Um das zu gewährleisten, bestehen Dampfsperren meistens aus Aluminiumfolie oder aus mehrschichtigen Folien mit eingearbeiteter Aluminiumschicht.

Dabei ist eine sorgfältige Verarbeitung der Dampfsperrfolien von entscheidender Bedeutung. Vor allem die  Kanten, an denen die Folienbahnen aneinanderstoßen, müssen absolut dicht verschlossen werden, sonst steigt das Risiko einer Durchfeuchtung und der damit einhergehenden Schimmelbildung trotz oder gar wegen der Dampfsperre stark an. Heute werden Dampfsperren deshalb fast nur noch bei nicht hinterlüfteten Dächern mit dampfdichten Bedachungen, wie Blechdeckungen, Flach- und Gründächern, oder in Spezialfällen, z. B. bei Schwimmbädern, eingesetzt. Bei Steildächern wird in der modernen Baupraxis stattdessen in der Regel eine feuchtevariable Dampfbremse verwendet.

Was ist eine Dampfbremse?

Die Begriffe Dampfsperre und Dampfbremse werden oft synonym benutzt, was aber nicht richtig ist. Zwar haben Dampfsperre und Dampfbremse ähnliche Aufgaben, aber es gibt auch wichtige Unterschiede. Der Hauptunterschied liegt im Wirkungsgrad: Im Gegensatz zur Dampfsperre ist die Dampfbremse in beide Richtungen wasserdampfdurchlässig und gilt daher als feuchtevariabel. Eine Dampfbremse reduziert also die Menge des eindringenden Wasserdampfes von der Innenraumseite in die Dachkonstruktion, ohne ein Eindringen komplett zu stoppen. Die Reduzierung auf ein erträgliches Maß reicht dabei aus, um die Dachkonstruktion vor Schäden zu schützen. Im Unterschied zu diffusionsdichten Dampfsperren gelten Dampfbremsen nur als diffusionshemmend und müssen lediglich  einen sd-Wert von 0,5 bis 1500 m aufweisen. Dabei bestehen Dampfbremsfolien zumeist aus Kunststoffen wie Polyethylen, Polyamid und PVC oder aus imprägniertem Kraftpapier oder Pappe. Der Vorteil von Dampfbremsen ist, dass beim Einbau nicht so sehr auf Lückenlosigkeit geachtet werden muss, aber der Schutz gegen Feuchte trotzdem ausreicht, um die Dachkonstruktion zu schützen.

Fazit: Dampfbremsen heute üblicher Feuchteschutz

Um die Dachkonstruktion in einem Neubau vor dem Eindringen von Wasserdampf aus den Innenräumen und damit einhergehender Schimmelbildung zu schützen, können Dampfsperren oder Dampfbremsen eingesetzt werden. Dabei wurden früher Dampfsperren – zumeist aus Aluminiumfolie – eingesetzt, die diffusionsdicht sind und absolut keine Feuchtigkeit durchlassen. Allerdings müssen Dampfsperren dafür besonders lückenlos verarbeitet werden, da sonst das Durchfeuchtungsrisiko besonders hoch ist. Um das zu vermeiden, werden in der heutigen Baupraxis lieber Dampfbremsen aus Kunststofffolie oder imprägnierter Pappe eingesetzt, bei denen aufgrund der etwas anderen Wirkweise ein lückenloser Einbau nicht von Bedeutung ist. Denn Dampfbremsfolien sind lediglich diffusionshemmend und reduzieren die eindringende Feuchtigkeit auf ein für die Dachkonstruktion erträgliches Maß, ohne dass das Risiko für Schimmelbildung steigt. In normalen Wohngebäuden sind damit Dampfbremsen als bessere Wahl anzusehen.

Bildnachweis: © Alterfalter / AdobeStock

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