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Bauen in Hanglage – was gilt es zu beachten?

Sie haben ein traumhaftes Grundstück in Hanglage entdeckt und möchten dort ihr Massivhaus bauen? Oder Sie fragen sich, ob es überhaupt sinnvoll ist, ein Hanghaus zu bauen? Allgemein kann gesagt werden, dass ein Haus in Hanglage mit dem richtigen Fachwissen gut umzusetzen ist. Dabei profitieren Sie bei einem Hanghaus oft nicht nur von der unverbaubaren Aussicht, sondern auch vom oft günstigeren Grundstückspreis, was gerade in Ballungsgebieten wie Berlin und Brandenburg einen Hausbau oft erst finanzierbar machen kann. Worauf Sie achten sollten, wenn Sie sich für ein Hanggrundstück interessieren, erläutern wir Ihnen in diesem Artikel.

Mehrkosten beim Bauen in Hanglage einkalkulieren

Zwar sind Grundstücke in Hanglage oft verführerisch günstig. Allerdings darf man sich davon nicht blenden lassen. Denn beim Bauen in Hanglage muss in der Regel mit einem finanziellen Mehraufwand beim Bauen gegenüber einem Haus auf einem ebenen Grundstück gerechnet werden. Zusätzliche Kosten beim Bauen in Hanglage kommen oft durch den umfangreichen Aushub, die umständliche Baustelleneinrichtung, die Absicherung des Grundstücks und die Abdichtung des Hauses bei Hangwasser zustande. Ob diese Mehrkosten die durch das günstige Grundstück gesparten Kosten auffressen, muss individuell berechnet werden.

Auf die Bodenbeschaffenheit achten

Wer ein Grundstück in Hanglage kauft, hat in der Regel einen oder mehrere der folgenden Gründe:

  1. Grundstücke in Hanglage haben eine unverbaubare Aussicht.
  2. Hanggrundstücke sind oft günstiger als vergleichbare ebene Baugründe.
  3. In der bevorzugten Wohngegend ist kein anderes Grundstück zu finden.

Trotzdem sollte man sich das anvisierte Hanggrundstück genau ansehen, bevor man aus einem der genannten Gründe zuschlägt. Negativ zu bewerten ist beispielsweise ein felsiger Untergrund, da die Gründung hier sehr teuer werden kann. Bei einem lehmigen Untergrund besteht bei Regen wiederum Rutschgefahr, der gegebenenfalls mit teuren Maßnahmen zur Rutschhemmung begegnet werden muss. So wird das vermeintliche Schnäppchen schnell zur Katze im Sack. Bei Hanggrundstücken ist deshalb zu empfehlen, vor dem Kauf ein Baugrundgutachten in Auftrag zu geben. Dabei kann durch ein Bodengutachten beispielweise herausgefunden werden, wie es um die Bodenbeschaffenheit und Tragfähigkeit des Bodens bestellt ist, ob wasserführende Schichten vorhanden sind oder ob Problemen durch Hangwasser zu erwarten sind. So können Sie sicherstellen, dass es später nicht zu teuren Überraschungen kommt.

Die Himmelsrichtung beachten

Beim Bauen in Hanglage spielt auch die Himmelsrichtung des Hanges eine entscheidende Rolle:

Ein Südhang ist ideal, um ein Hanghaus zu bauen. Denn hier scheint die Sonne hin und von der Rückseite her steht das Haus durch den Hang geschützt vor Wind und Wetter. Ein Südhanghaus ist zudem ideal für den Einsatz von Sonnenkollektoren. All diese Vorteile sorgen dafür, dass Grundstücke an einem Südhang oft teurer sind gegenüber anderen Hangausrichtungen.

Liegt das Baugrundstück an einem Nordhang, sollten Sie vor dem Kauf prüfen, was der Bebauungsplan für das Gebiet oberhalb des Baugrundstücks aussagt. Denn werden oberhalb Ihres Hauses weitere Gebäude errichtet, können sie lange Schatten werfen und den ohnehin schon vorhandenen Sonnenmangel am Nordhang noch verstärken, der auch Sonnenkollektoren nur bedingt einsetzbar macht. Zudem sollte daran gedacht werden, dass ein Haus an einem Nordhang möglichst große Fenster haben sollte. Nordhanggrundstücke sind oft besonders günstig zu haben.

Ein Grundstück am Osthang oder Westhang kombiniert Sonneneinstrahlung und Verschattung und liegt preislich oft zwischen Bauland am Nord- und Südhang.

Auf die mögliche Bauweise am Hang achten

Um ein Haus an einem Hang bauen zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Beim Hangbau mit Aushub wird ein Teil des Bodens des Hangs abgetragen, um eine ebene Gründung zu erhalten. Je tiefer das Haus in den Hang hineingebaut wird, desto standsicherer steht es am Hang.

Beim Split-Level-Bau werden die Wohnetagen der abfallenden Höhe des Hanges angepasst. So liegen bei der Split-Bauweise das Erdgeschoss und die oberen Geschosse in verschiedenen Hanglagen.

Der Stelzenbau wird gewählt, wenn das Gefälle eines Hanggrundstücks besonders groß ist. Dabei wird das Erdgeschoss auf Stelzen oberhalb des Erdniveaus gebaut und die Haustür befindet auf der Rückseite des Hauses.

Einschränkungen beim Kellerbau bedenken

Hanghäuser werden in der Regel ohne unterirdischen Keller gebaut. Stauraum wird stattdessen eher durch fensterlose Abstell- und Nutzräume geschaffen, die Richtung Hang ausgerichtet sind. Wohnräume hingegen werden Richtung Aussichtseite angeordnet, weil die Räume hier über Fenster verfügen können. Möchten Sie trotz Hanglage einen Keller bauen, ragen die Kellerräume üblicherweise zumindest auf der Aussichtsseite aus dem Erdreich heraus, wobei sich hier wunderbar eine Kellertür nach draußen einplanen lässt.

An die Barrieren im Wohnkomfort denken

Häuser in Hanglage haben oft viele Treppen, aber auch steile Auffahrten und abschüssige Gärten. Das kann nicht nur im Alter ein Problem werden, sondern auch bei Verletzungen durch Unfälle, bei Besuch von Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder für kleine Kinder. Ein barrierefreies Haus ist in Hanglage kaum umzusetzen, sodass im Alter gegebenenfalls ein Umzug in eine fremde Umgebung nicht zu vermeiden ist.

Risiken von Hanghausbauten beachten

Ein Haus an einem Hang zu bauen, birgt ein paar Risiken, die auf jeden Fall bedacht werden sollten:

Ein Problem bei einem Grundstück in Hanglage kann das Hangwasser sein, das durch Niederschläge auftritt. Um kein Risiko einzugehen, muss erstens die Baustelle besonders abgesichert werden und zweitens muss verhindert werden, dass sich bei starken Niederschlägen auf der Hangseite größere Wassermassen ansammeln. Denn dieser Wasserstau kann durch den Druck zu Mauerwerkschäden führen. Deshalb müssen beim Bauen am Hang die aktuellen Vorschriften der DIN 18531 bis 18535 besondere Beachtung erfahren.

Die Gefahr durch Erdrutsche kann zwar dadurch gemindert werden, dass vor dem Bau in Hanglage ein Baugrundgutachten eingeholt wird. Trotzdem ist es immer möglich, dass durch eine Veränderung der Bodenverhältnisse oder Naturereignisse eines Tages doch ein Erdrutsch ausgelöst werden kann.

Fazit: Von allen Seiten durchdenken

Ein Haus am Hang kann sehr reizvoll sein. Vor allem die exponierte Lage und die unverbaubare Aussicht sind es, die Hanggrundstücke oft so unwiderstehlich machen. Aber auch die günstigeren Preise sprechen in der Regel für ein Hanggrundstück. Wer mit einem Hanggrundstück liebäugelt, sollte allerdings auf die Mehrkosten beim Bauen in Hanglage, die Bodenbeschaffenheit des Baulands, die Himmelsrichtung des Hangs, die mögliche Bauweise, die Einschränkungen beim Kellerbau, die Barrieren beim Wohnkomfort und die Risiken durch Hangwasser und Erdrutsche bedenken, damit es später nicht zu bösen Überraschungen kommt. Mit einem erfahrenen Bauunternehmen an Ihrer Seite ist Bauen in Hanglage zwar anspruchsvoll, kann sich aber durchaus lohnen.

Bildnachweis: © Hermann / AdobeStock

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